Französische Lebensmittelsicherheit
 

Auf dem bauernhof

Identifikation der Tiere

Die meisten Züchter in Frankreich sind in Herstellergruppierungen organisiert, mithilfe derer ihr technischer Support und die Vermarktung ihrer Tiere sichergestellt wird. An der Schnittstelle zwischen Vorlauf (Züchtung des genetischen Materials bzw. Selektion und/oder Futterbetriebe) und Nachlauf (Schlachthöfe, Zerlegung, Verarbeitung) tragen sie zur Rückverfolgbarkeit bei.

Seit 1980 besteht in Frankreich eine Kennzeichnungspflicht für alle Tiere bevor sie eine Zucht verlassen. Im Zuchtbetrieb werden die Schweine mittels Tätowierung oder Ring im Ohr gekennzeichnet. Die Kennzeichnung muss sieben Zeichen aufweisen: FR für Frankreich, zwei Ziffern für das französische Département und drei Zeichen für den Betrieb (z.B.: FR 35 ABC).

Alle Tiere werden in einem Zuchtregister erfasst, in dem jegliche Angaben bezüglich Gesundheit, Ernährung und Transportwege der Tiere aufgeführt sind. Es wird von den jeweiligen Zuchtbetrieben, Fachleuten und Tierärzten verwendet und ausgefüllt und von den französischen Behörden bei Untersuchungen geprüft.

EinBegleitdokument wird bei jedem Transport zwischen Zuchtbetrieb, Ort der Zwischenhaltung, Schlachthof und Tierkörperverwertungsanstalt erstellt. Jeder Transport der Schweine muss zwingend in die französische Nationale Datenbank zur Kennzeichnung von Schweinen (BDPORC) eingetragen werden. Diese Datenbank entspricht der europäischen Richtlinie 2000/15/EG.

Um die Qualität des „Ausgangsmaterials” der lebenden Tiere am Schlachthof sicherzustellen, sind laut Gemeinschaftsregelung Angaben zur Lebensmittelkette beizulegen (ICA). Ein Teil der Angaben im Zuchtregister wird also zu Zwecken der sanitären Rückverfolgbarkeit der Tiere gemacht.

Gesunde und kontrollierte Ernährung

In französischen Zuchtbetrieben entspricht die Ernährung der Schweine den strengen Anforderungen an Qualität und Hygiene.

Im Rahmen der Präventivmaßnahmen zur Eindämmung von Rinderwahn und zur Vermeidung von unerwünschter Vermischung mit Nahrungsprodukten für Rinder wurde die Verwendung von Tiermehl im November 2000 in Frankreich und in der Europäischen Union für alle Nutztiere, also auch für Schweine, untersagt.

In granulierter Form oder auch Mehlform setzt sich die Schweinenahrung folgendermaßen zusammen: ca. 60% Getreide (Weizen, Mais und Gerste) und 35% Ölsaaten und Eiweißpflanzen (Soja, Sonnenblume und Raps). Diese werden zudem mit Mineralien (Kalzium, Zink …) und Vitaminen versetzt, um den Nahrungsbedarf der Tiere ausgewogen zu gestalten.

Da die Ernährung den Hauptkostenfaktor bei der Schweinezucht darstellt, muss sie technisch auf hohem Niveau ausgeführt werden. Zur Fütterung seiner Tiere greift ein Zuchtbetrieb im Allgemeinen auf die Dienste eines Viehnahrungsherstellers zurück. Die Herstellung der Nahrung kann auch vom Züchter selbst ausgeführt werden, so wie es 35% der französischen Züchter handhaben. In beiden Fällen wird die Nahrung optimal an das Wachstum der Tiere angepasst. Die sanitäre Qualität der Nahrung unterliegt der Kontrolle staatlicher Behörden.

Konstante Hygiene- und Sanitärüberwachung

Dank der bedeutenden veterinärmedizinischen Tradition erfreut sich Frankreich eines leistungsstarken Epidemie-Überwachungsnetzes. Außerdem konnten so Strategien zur Ausmerzung der hauptsächlich vorkommenden Krankheiten entwickelt werden.

Die Vereinheitlichung des Zuchtmodells Aufzucht/Mast gewährleistet eine optimale Rückverfolgung der Tiere (sanitär, Rückverfolgbarkeit …). So konnten dank der Produktionsorganisierung die hygienischen Abläufe, die Abwasserreinigung, die Reinigung und die Vorsorge im Allgemeinen in allen französischen Zuchtbetrieben vereinheitlicht werden.

  • Tiermedizinische Behandlungen von Infektionen und Impfungen werden regelmäßig unter Aufsicht von Veterinären durchgeführt. Jede Verabreichung eines Medikaments wird zwingend aufgezeichnet; den öffentlichen Behörden sind die Nachweise der Behandlungen zur Verfügung zu stellen.
  • Alle Tierplätze sind nach Abtransport der Tiere zu räumen, zu reinigen und zu desinfizieren. Der Züchter führt periodisch Kontrollen durch, um die Wirksamkeit der Desinfiziermethode zu prüfen.

Die Verbände der Schweineproduzenten sorgen für die sanitäre Rückverfolgung. Diese umfasst mehrere Besuche pro Jahr durch Veterinäre und Fachleute der Verbände in jedem Zuchtbetrieb, wobei die Anlagen begutachtet, die Tiere geprüft und die Zuchtbedingungen beurteilt werden. Anschließend werden dem Züchter entsprechende Maßnahmen vorgegeben.

Wohlbefinden der Tiere

Die Erwartungen des Konsumenten werden in der Aufzuchtpraxis berücksichtigt. Im französischen Schweinezuchtsektor wird streng darauf geachtet, dass die europäischen Gesetze zum Tierschutz sowohl während der Aufzucht als auch während des Transports eingehalten werden.

Der Züchter sorgt für eine konstante Überwachung der Lebensbedingungen der Tiere. Ihm stehen dabei die Optionen, die Tiere in Gebäuden oder im Freien aufzuziehen, offen, wobei die Gegebenheiten für das Wohlbefinden der Tiere in beiden Fällen gewährleistet sein muss. Er ist fortwährend in der Nähe der Tiere und achtet auf ihr Wohlbefinden (Nahrung, Infrastrukturen, Umgebung …).

Die Transportbedingungen für die Tiere sind seit Jahren Gegenstand zahlreicher Studien, um das Verhalten der Schweine besser kennen zu lernen und ihr Wohlbefinden sicherzustellen. Die angewandten Gesetze entsprechen den geltenden EU-Gesetzen. Sie wird von einer europäischen Regelung zur direkten Verwendung vorgegeben.

Das Schwein gilt als ein sehr stressempfindliches Tier, weshalb Fachleute streng darauf achten, dass ihm von der Abholung bis zur Ankunft im Schlachthof optimaler Komfort zuteil wird. Dies trägt zur Sicherung der Qualität des Fleisches bei. Jeglicher Stress, der der Zartheit und dem Geschmack des Fleisches abträglich ist, sollte vermieden werden. Zahlreiche Regeln müssen hierzu befolgt werden, wie zum Beispiel ein schnelles, aber dennoch ruhiges Be- und Abladen der Tiere, ein Abbrausen nach Ankunft im Schlachthof und eine Erholungsphase vor der Schlachtung.



Weitere Links

Informationszentrum für Fleisch- und Wurstwaren sowie Cateringprodukte (CICT)
Informationszentrum für Fleisch allgemein (CIV)
Französischer Verband für Fleischer, Caterer und Fleischverarbeiter (FICT)
Institut für Schweinefleisch (IFIP)
Offizielle Webseite für Schweinefleisch sowie Fleisch und Wurstwaren
Französischer Verband für Schweinehandel (SNCP)
Informationsdokumente zur Schweinefleischindustrie
Französisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Fischereiwesen
Generaldirektion für Konsum, Wettbewerb und Betrugsvorbeugung